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Reinaldo Coddou - Fußballwelten aus der Sicht eines Fotokünstlers

FALKE footprints

Fußballwelten aus der Sicht eines Fotokünstlers

Reinaldo Coddou ist vor allem eines: Fußballfan; nicht von irgendeinem Verein, sondern von Arminia Bielefeld. Nur wenn man das begriffen hat – wirklich begriffen hat –, dann hat man eine Chance, die Gedankenwelt dieses Ausnahmefotografen zu verstehen. Für alle anderen Menschen, für die Fußball nur ein Sport von vielen geblieben ist und bei denen das gelegentliche Endspiel eines Europapokals oder der Champions League ein wenig Interesse, vielleicht sogar etwas Begeisterung hervorruft – für all diese Menschen wirkt das Betrachten der Fotografien von Reinaldo Coddou wie die Begegnung mit einer versunkenen Kultur. Sie lässt uns verharren, fasziniert, berührt.

Reinaldo Coddou H.

Reinaldo Coddou: „Mit 14, 15 fing ich mit dem Fotografieren an, in Bielefeld. Ich war auf der Suche nach Strukturen, grafischen Motiven – man wartet auf die Sonne und hat Zeit, beobachtet Licht und Schatten.“

Seine Diplomarbeit verbindet seine Fotografie dann mit Fußball. Danach weiß er, wo seine Leidenschaft liegt: „Diesen einen Moment einzufangen; nicht nur den Punkt des Spieles, das Ergebnis, sondern die Sieger wie auch die Verlierer – das ist die Herausforderung. Das macht Spaß.“

Als Bielefelder weiß ich, was das bedeutet, wenn eine Mannschaft mal absteigt

Angesichts der mythischen Kraft und Magie seiner Arbeiten wirken seine Schilderungen des Wartens auf das richtige Licht – oder den richtigen Moment – geradezu obszön in ihrer nüchternen Alltäglichkeit, gleichgültig ob er die Spieler eines Spieles fotografiert, Schiedsrichter, Fans in Momenten der Erwartung, des Jubelns oder des Wartens einfängt oder einfach nur ruhende Stadien porträtiert. „Als Bielefelder weiß ich, was das bedeutet, auch wenn sie mal abgestiegen sind. Das ist es, was mich antreibt.“

Er spricht nicht analytisch über seine Fotos, interpretiert sie nicht ausufernd. Selten hört man mehr als „das hat mir Spaß gemacht, das Bild mag ich besonders“ oder „den Leuten hat es gefallen, sie haben sich bei mir bedankt“.

Seine Aufnahmen handeln von den größten uns bekannten Emotionen – von Schmerz und Leid, von Hass und Liebe. Er zeigt die Gladiatoren unserer Zeit – und uns, das Publikum, wie es in die Stadien strömt, um sich selbst zu spüren, um eins zu werden mit dem großen Erlebnis.

Ihn interessieren nicht die Ergebnisse – wer gewinnt oder wer verliert –, er möchte zeigen, wie das Gesicht der Verlierer und das der Gewinner aussieht, gleichgültig welche Vereinsfarben sie tragen. Genau das hebt sie aus ihrem Kontext heraus und macht sie letztendlich zu mythischen Figuren.

„Wie die Spieler sich auf dem Rasen bewegen, da habe ich natürlich keinerlei Einfluss. Alles andere aber – es gibt Momente, da bewege ich mich im Zuschauerbereich und möchte, dass niemand in meine Kamera schaut – da kann es dann sein, dass ich so lange warte, bis das Bild genauso ist, wie ich es mir wünsche.“

Reinaldo Coddou im Interview

Ihn interessiert auch Kontextwechsel – wenn das Bekannte, das zu Erwartende konterkariert wird. Wenn Orte des Rausches, der Ekstase plötzlich verlassen sind, der Zeit, dem Wind und Wetter oder einfach nur dem Vergessen preisgegeben werden, die forensische Spurensuche seiner Kamera Details festhält, Erinnerungen wachruft an die großen Augenblicke von Sieg und Niederlage, von Bangen und Hoffen – die Zeit der Selbstaufgabe. „Manchmal sind die Spiele so langweilig, dass man das auch auf den Gesichtern der Zuschauer sehen kann.“

Manchmal sind die Spiele so langweilig, dass man das auch auf den Gesichtern der Zuschauer sehen kann

© Fotos: Reinaldo Coddou H.

Reinaldo Coddous Stadien sind Kultstätten – seine Fotos halten im Kleinen wie im Großen unsere Zeit zeitnah fest und ordnen alles ein in den großen, geschichtlichen Fluss von Abertausenden von Jahren.

„Ich fotografiere am liebsten Vereinsfußball – auch gerne die unteren Ligen. Da ist die Kommerzialisierung noch nicht so durchgedrungen wie beispielsweise bei der Champions League. Da hast du noch den qualmigen Bratwurststand – und eben nicht das Standardbier aus Holland. Nicht alles ist reglementiert – du kannst dich auch freier im Stadion bewegen.“

Er braucht diese Freiheit, dass man ihn in Ruhe machen lässt. Dass er sich mit seiner Kamera hinsetzen kann, wo er will, um auf das Licht oder den Schatten zu warten und den richtigen Moment, um schließlich abzudrücken. Manchmal dauert das Stunden, manchmal einen ganzen Tag – oder er muss wiederkommen, bis er den Augenblick findet, auf den er so lange gewartet hat, den er erwartet hat.

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© Fotos: Reinaldo Coddou H.

Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch für seine fotografische Zuwendung zu Trinkhallen in Deutschland oder den „Botequins do Rio“. Diese kleinen Restaurants portugiesischen Ursprungs sind in Rio de Janeiro gastronomische Institutionen, die als Nachbarschaftstreffpunkt dienen und in denen traditionelle brasilianische Gerichte serviert werden. Auch diesen widmet er ein eigenes Buchprojekt.

Immer zelebrieren seine Fotos das Gleiche: ikonische Augenblicke des menschlichen Zusammenseins sowie die Beschreibung der Orte, an denen sich Menschen versammeln, um sich oder das Leben selbst zu feiern.

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© Fotos: Reinaldo Coddou H.