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Reinaldo Coddou - Fußballwelten aus der Sicht eines Fotokünstlers

FALKE footprints

Pelé: King of dribbling

Pelé, Ende des letzten Jahrtausends zum Fußballer des Jahrhunderts ernannt, war ein Alleskönner. Er vereinte Kraft, Eleganz, Übersicht, Präzision und Zielstrebigkeit.

Pelé

Seine fintenreichen Dribblings rissen die Zuschauer von den Sitzen. Er verfügte über eine phänomenale Grundtechnik, einen explosionsartigen Antritt, einen harten Schuss und – trotz geringer Körpergröße – dank Timing und Sprungvermögen auch über einen guten Kopfball.

Und Matchhärte: regelrecht gehetzt von den Verteidigern im rauen Fußball der 60er Jahre, die weder Gelbe Karten noch Auswechslungen kannten, wusste er sich, wenn nötig, zu wehren. Doch meist narrte und vernaschte er sie nur, um ihnen dann die Rechnung in harter Währung zu präsentieren: Spielmacher und Torjäger in einer Person.

Er vereinte Kraft, Eleganz, Übersicht, Präzision und Zielstrebigkeit.

1281 Tore in 1363 Spielen, davon 77 Tore in 92 Länderspielen. 3mal Weltmeister, 26 Titel mit „seinem“ FC Santos, für den er 1956 bis 1974 spielte, den er überhaupt erst in die Weltkarte des Fußballs eintrug, der dank ihm zeitweise die beste Mannschaft Südamerikas stellte. Mit der Krönung der beiden Weltpokalsiege 1962 und 1963, wobei v.a. das 5:2 im Rückspiel im Oktober 1962 in Lissabon zu den Sternstunden des Spiels zählt.

© Foto: ARQUIVO/ESTADÃO CONTEÚDO/AE/Código

Selbst wenn er hätte wechseln wollen, hätte er es nicht gedurft: von der brasilianischen Regierung als „nationales Gut“ betrachtet, unterlag Pelé einem expliziten Exportverbot. Erst als er als Geschäftsmann Schiffbruch erlitten hatte und dringend Geld brauchte, um seine Schulden zu bezahlen, heuerte er 1975 für zwei Spielzeiten und eine Handvoll Dollars bei Cosmos New York an, wo er an der Seite von Franz Beckenbauer einen kurzlebigen Soccer-Boom auslöste.

Aufgegangen war sein Stern bei der WM 1958 in Schweden. Gegen den Widerstand bornierter Funktionäre, die aus rassistischem Dünkel dagegen waren, zu viele schwarze Spieler zu nominieren, und gegen den Rat des Teampsychologen, der ihm nach einem Test ein „infantiles Gemüt“ bescheinigte (nach diesem Test hätte Garrincha, Pelés kongenialer Sturmpartner, nicht einmal Busfahrer werden können), hatte Trainer Feola den 17jährigen Wunderknaben in den Kader berufen.

Im neuartigen 4-2-4-System bezauberte Brasilien die Fußballwelt, und Pelé, der noch aussah wie ein Balljunge, steuerte in vier Spielen sechs Treffer zum Titelgewinn bei. Sein vorentscheidendes 3-1 im Endspiel gegen die Gastgeber, ein artistisches Kabinettstück, demonstrierte seine „Fähigkeit, im Strafraum die Zeit anzuhalten“ (Patrick Collins). Von dieser Stunde an war der schmächtige Bengel, der noch ein paar Jahre zuvor als Schuhputzer zum Familieneinkommen beigetragen hatte, eine Ikone des Sports.

Schenkt man einer weitverbreiteten Legende Glauben, ließen seine Ballkünste einmal sogar die Waffen verstummen: als der FC Santos 1969 im Biafra-Krieg auf einer Afrika-Tournee in Nigeria Station machte, sollen beide Seiten einen 48stündigen Waffenstillstand vereinbart haben, nur um ihn spielen zu sehen.

Als einer der ersten Sportler überhaupt avancierte Pelé zu einer wahrhaft globalen Marke. In den 70er Jahren soll sein Bekanntheitsgrad nur von Coca Cola übertroffen worden sein. Nach seinem tausendsten Tor, einem schnöden Elfmeter, gab es 1969 einen solchen Tumult im Maracanã, dass das Spiel für zwanzig Minuten unterbrochen wurde; im Land läuteten Kirchenglocken und die Post gab zu diesem Anlass eigens eine Briefmarke heraus.

Bei der WM 1970 adoptierte das mexikanische Publikum nach dem Ausscheiden der Gastgeber die brasilianische Elf. „Heute arbeiten wir nicht, denn wir müssen Pelé sehen“ war auf Plakaten zu lesen. Diese WM markierte zweifellos den Höhepunkt seiner Karriere.

© Foto: Picture-Alliance/ASA

© Foto: Keystone Schweiz/laif

© Foto: ARQUIVO/ESTADÃO CONTEÚDO/AE/Código

Nach dem kometenhaften Aufstieg 1958 hatten ihm – ungeachtet aller Erfolge auf Vereinsebene – die beiden folgenden Weltturniere wenig Glück gebracht. 1962 verteidigte die Seleçao zwar den Titel, doch verletzte sich Pelé früh, so dass sein Beitrag zum Triumph bescheiden ausfiel. Und 1966 wurde der begnadetste Spieler seiner Generation bereits in der Gruppenphase von knüppelharten Verteidigern buchstäblich aus dem Turnier getreten. Vor der WM 1970 attestierte Nationaltrainer Saldanha dem vermeintlich alternden Star Kurzsichtigkeit (was Chris Taylor zu der berechtigten Frage nötigte, „zu was er fähig gewesen wäre, wenn er richtig gesehen hätte?“) und setzte ihn auf die Ersatzbank.

© Foto: Joedson Alves/dpa

Alle und alles für "The Beautiful Game" „Heute arbeiten wir nicht, denn wir müssen Pelé sehen"

War bei der WM 1970 auf Plakaten zu lesen

Drei Tage nach diesem Affront wurde Saldanha entlassen und durch Mario Zagallo ersetzt. Pelé trainierte hart wie nie und war pünktlich zum Turnier in Bestform. Er erzielte nicht nur wichtige Tore (wie z.B. den Führungstreffer im Finale gegen Italien), sondern lenkte, assistiert von blendenden Fußballern wie Gerson, Tostão, Rivelino und Jairzinho, das Spiel der Brasilianer, die die Zuschauer rund um den Planeten mit ihrer Spielfreude regelrecht verzückte.

Es waren genau diese beiden Weltmeisterschaften – 1958 und 1970 – die den sagenhaften Ruf Brasiliens als Heimstatt des „Jogo Bonito“, „Beautiful Game“, des schönen Spiels, begründeten. Und über allen thronte Pelé, O Rei, König des Fußballs.