Schmerzen an der Achillessehne: Ursachen und Symptome richtig einordnen
Schmerzen an der Achillessehne können plötzlich auftreten oder sich schleichend entwickeln. Manche Betroffene spüren die Beschwerden vor allem morgens nach dem Aufstehen, andere beim Laufen, Treppensteigen oder erst nach sportlicher Belastung. Auch die Stelle, an der der Schmerz auftritt, kann unterschiedlich sein.
Häufig entstehen Achillessehnenbeschwerden, wenn die aktuelle Belastung die Belastbarkeit der Sehne übersteigt. Hinter Schmerzen an der Ferse oder Achillessehne können jedoch unterschiedliche Ursachen stecken. Entscheidend ist deshalb nicht nur, dass die Achillessehne schmerzt, sondern wo, wann und unter welcher Belastung die Beschwerden auftreten.
Achillodynie: Wie entstehen Achillessehnenschmerzen?
Der Begriff Achillodynie beschreibt Schmerzen im Bereich der Achillessehne. Häufig liegt eine Tendinopathie vor, umgangssprachlich auch als Achillessehnenentzündung oder -reizung bezeichnet.
Dabei ist nicht zwingend eine akute Entzündung die entscheidende Ursache. Vielmehr kann sich die Belastbarkeit der Sehne verändern: Belastungen, die zuvor problemlos möglich waren, führen plötzlich oder zunehmend zu Beschwerden.
Die Achillessehne ist grundsätzlich sehr belastbar. Werden Trainingsumfang oder Intensität jedoch schneller gesteigert, als sich die Sehne daran anpassen kann, können Schmerzen entstehen. Auch nach einer längeren Trainingspause oder bei ungewohnten Belastungen kann dieses Verhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit aus dem Gleichgewicht geraten.
Gängige Auslöser
von Trainingsdauer oder
-intensität
Laufstils oder des
Untergrunds
im Sprunggelenk
Wichtig: Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen, einem Knall- oder Schnalzgefühl, deutlicher Schwellung oder einem spürbaren Kraftverlust sollte die Ursache zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Wo liegt die Achillessehne und wo können Schmerzen auftreten?
Die Achillessehne verläuft an der Rückseite des Unterschenkels und verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Am sogenannten Achillessehnenansatz geht die Sehne in den hinteren Bereich des Fersenbeins über. Sie überträgt beim Gehen, Laufen, Springen und Abdrücken die Kraft der Wade auf den Fuß.
Schmerzen können entlang dieses Verlaufs an unterschiedlichen Stellen auftreten:
Im mittleren Bereich der Achillessehne
Häufig liegen die Beschwerden einige Zentimeter oberhalb des Fersenbeins. Hier können beispielsweise belastungsabhängige Schmerzen einer Achillessehnen-Tendinopathie auftreten.
Direkt am Achillessehnenansatz
Schmerzen können auch unmittelbar dort entstehen, wo die Achillessehne am Fersenbein ansetzt. Beschwerden am Sehnenansatz werden vom mittleren Bereich der Achillessehne unterschieden. Gerade beim Abrollen, Abdrücken oder bei stärkerer Belastung kann dieser Bereich empfindlich reagieren.
Rund um die hintere Ferse
Nicht jeder Schmerz geht direkt von der Achillessehne aus. Auch benachbarte Strukturen wie ein gereizter Schleimbeutel, beispielsweise bei einer Achillobursitis, können Beschwerden verursachen.
Eine Achillobursitis bezeichnet eine Reizung beziehungsweise Entzündung eines Schleimbeutels im Bereich der Achillessehne. Die genaue Schmerzposition kann deshalb helfen, Beschwerden an der hinteren Ferse besser einzuordnen.
Achillessehnenriss oder Teilriss: Warnzeichen erkennen
Ein Achillessehnenriss unterscheidet sich deutlich von langsam entstehenden Überlastungsbeschwerden oder einer Tendinopathie. Während sich diese häufig über einen längeren Zeitraum entwickeln, tritt ein Riss der Achillessehne meist plötzlich auf.
Typische Warnzeichen können ein starker, plötzlich einsetzender Schmerz sowie ein deutlich wahrnehmbares Knall- oder Schnalzgefühl sein. Häufig kommen eine Schwellung und eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit hinzu. Betroffenen kann es schwerfallen, normal zu gehen, sich mit dem Fuß vom Boden abzudrücken oder auf die Zehenspitzen zu stellen.
Neben einem vollständigen Achillessehnenriss ist auch ein Teilriss möglich. Die Beschwerden lassen sich daher nicht allein anhand ihrer Stärke sicher unterscheiden. Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen, einer deutlichen Funktionseinschränkung oder dem Verdacht auf eine Verletzung der Achillessehne sollte die Ursache zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Typische Symptome bei Achillessehnenschmerzen
Achillessehnenbeschwerden äußern sich nicht bei allen Betroffenen gleich. Besonders häufig treten Schmerzen, Steifigkeit, Druckempfindlichkeit und eine verminderte Belastbarkeit auf.
Anlaufschmerzen und Morgensteifigkeit
Die ersten Schritte nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen können unangenehm sein. Die Achillessehne fühlt sich zunächst steif oder schmerzhaft an. Nach einigen Minuten Bewegung können die Beschwerden vorübergehend nachlassen.
Schmerzen während oder nach Belastung
Laufen, Springen, schnelles Abdrücken oder Treppensteigen können Schmerzen auslösen oder verstärken. Manche Betroffene bemerken die Beschwerden bereits während des Sports, andere erst danach oder am nächsten Morgen. Treten Achillessehnenschmerzen vor allem beim Joggen, Fußball oder Radfahren auf, erfahren Sie im separaten Beitrag zur Achillessehne beim Sport, wie sich unterschiedliche sportliche Belastungen einordnen lassen.
Druckempfindlichkeit: Wenn die Achillessehne beim Draufdrücken schmerzt
Eine gereizte Achillessehne kann bei Berührung oder Druck empfindlich reagieren. Schmerzt die Achillessehne beim Draufdrücken, kann die empfindliche Stelle je nach Ursache im mittleren Bereich der Sehne oder näher am Fersenbein liegen. Auch die Position des Druckschmerzes kann dabei helfen, den betroffenen Bereich der Achillessehne besser einzuordnen.
Verdickung oder Schwellung
Bei länger bestehenden Beschwerden kann sich die Achillessehne im betroffenen Bereich verdickt anfühlen. Auch eine Schwellung kann im Bereich der Achillessehne auftreten. Eine plötzlich auftretende stärkere Schwellung, insbesondere nach einer akuten Verletzung, sollte medizinisch abgeklärt werden.
Was tun, wenn die Achillessehne schmerzt?
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Ursache und Verlauf der Beschwerden ab. Akute Verletzungen müssen anders behandelt werden als länger bestehende Tendinopathien. Bei Überlastungsbeschwerden geht es deshalb nicht grundsätzlich um vollständige Ruhe, sondern darum, die Belastung zunächst anzupassen und die Belastbarkeit anschließend schrittweise wieder aufzubauen.
Belastbarkeit anpassen
Reduzieren Sie zunächst Bewegungen und Belastungsspitzen, die deutliche Schmerzen verursachen. Vollständige Ruhe ist bei länger bestehenden Tendinopathien jedoch nicht grundsätzlich erforderlich. Entscheidend ist, die Belastung an die aktuelle Belastbarkeit der Sehne anzupassen.
Akute Beschwerden lindern
Bei akuten Schmerzen oder Schwellungen kann Kühlen vorübergehend als angenehm empfunden werden. Verwenden Sie ein Kühlpack nicht direkt auf der Haut und vermeiden Sie zu lange Kälteanwendungen.
Kompression
Kompression kann das Gewebe im Bereich der Achillessehne während Bewegung unterstützen. Sie ersetzt jedoch weder eine medizinische Abklärung noch den gezielten Wiederaufbau der Belastbarkeit.
Belastbarkeit aufbauen
Sobald es die Beschwerden zulassen, sollte die Achillessehne schrittweise wieder an Belastung herangeführt werden. Gezielte Kräftigungsübungen und eine kontrollierte Belastungssteigerung spielen dabei eine wichtige Rolle.
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